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Artikel aus der AHA 01/2005

Wie eine Katze
Deutscher Mannschaftsmeister: Der 19-jährige Matthias Fahrig turnt auf höchstem Niveau
von Jessica Quick

Halle/AHA. Er hat einen gestählten Körper, sieht verdammt gut aus und ist auch noch erfolgreich. Kein Wunder, dass er schon jede Menge weibliche Fans hat. Die Rede ist vom 19-jährigen Matthias Fahrig.

Der Hallenser zählt mittlerweile zur Spitze der deutschen Turner, erst kürzlich landete er wieder einen Riesen-Coup: Beim Bundesliga-Finale in Goslar stahl er nicht nur Turn-Ass Fabian Hambüchen am Boden und im Sprung die Show, sondern holte mit seinem Team Halle/Chemnitz erstmalig auch noch den Meistertitel. „Wer in dem Alter schon auf so hohem Niveau turnt, hat für die nächsten acht Jahre gute Chancen, ganz oben dabei zu sein“, bestätigt Trainer Uwe Ronneburg seinem Schützling großes Talent.

Mit acht Jahren begann Fahrigs Karriere. „Bei einem Sportfest in der Schule war eine Hüpfburg aufgebaut“, erinnert sich Fahrig, „dort bin ich gesprungen wie ein Reh, worauf dann meine Lehrerin sagte, ich solle doch mit Turnen anfangen.“ Seither trainiert er bis zu zwei Mal am Tag und scheut selbst vor schwierigsten Elementen nicht zurück. „Ich bin wie eine Katze. Ich lande immer wieder auf den Beinen“, erklärt Matthias Fahrig, der sich gerade zum Fitnesskaufmann ausbilden lässt.

Die Möglichkeit, waghalsige Übungen zu trainieren, ist derzeit allerdings sehr beschränkt. Seit nun schon über einem Jahr müssen die halleschen Turner in einem Provisorium trainieren, da ihre Turnerhalle in der Robert- Koch-Straße renoviert wird. Der Termin der Fertigstellung bleibt ungewiss. „Die Bedingungen sind unter aller Sau. Es gibt nicht mal eine Sprunggrube“, ärgert sich Fahrig. „Andere machen mehr und mehr Fortschritte, während ich mich nicht mal ordentlich auf die Wettkämpfe vorbereiten kann.“

Problematisch, wenn man bedenkt, dass im August die Europameisterschaften in Ungarn und im November die Weltmeisterschaften in Australien stattfinden. Bis jetzt bleibt dem halleschen Olympioniken nur die Möglichkeit, auf andere Sporthallen – wie die in Chemnitz – auszuweichen.

Trotz des vielen Trainings hat Fahrig immer noch genug Zeit für Kino und Besuche bei Mc Donald’s. „Wenn’s passt, gehe ich auch gern tanzen. In den Turm oder so“, verrät der 19-Jährige mit dem Hinweis, dass er solo sei. „Ich bin noch immer auf der Suche nach der Richtigen.“

 

 

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